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Nahrungsdiskussion

„Anders essen“ wollen alle (weniger oder ohne Fleisch, bis hin zu Vegan)
doch die „Kein Bio kaufen!“- Fraktion im kreativbuero-berlin steht wie eine Wand: Obwohl die Supermärkte inzwischen Bio-Produkte günstig anbieten und obwohl die Medien jede Woche Rückrufaktionen für vergiftete Standard-Lebensmittel verkünden, wird weiterhin stur die olle Massenproduktion gekauft.
Den Anderen in unserem kreativen Club scheint das ein Art
´Trotzreaktion` – Bio zu kaufen wird immer noch als elitär deffiniert.
Oder ist es schlicht eine alte (schlechte) Angewohnheit?
Einen gesunden Tag wünscht Ihnen / Euch kreativbuero-berlin.

4 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Bio elitär? Nö, inzwischen doch ziemlich populär. Jede(r) Hausfrau / -mann und jede(r) Rentner(in) hat doch schon davon gehört, zumal es ja ebend auch bei ALDI und Co. Bio gibt. Warum das trotzdem „keiner“ kauft? Naja, mancher ja schon. Aber für die meisten Leute ist sicher immer noch der Preis das (nicht-) Kaufargument. Außerdem: Bio ist nicht gleich Bio…

  2. Lieber MIP,
    danke schön für Deine Meinung.
    Du hast völlig Recht, inzwischen kennen Bio alle, jedoch kaufen?
    Das „zu teuer“ Argument funktioniert nur in Deutschland – von allen Ländern Europas geben wir Germanen am wenigsten für das Essen aus. Kosten für Auto – auch gern mal für zwei Autos – Smartphone und Urlaubsreise sind für unseren Mittelstand kein Problem, jedoch für Nahrung? Die ist doch alsbald wieder hinabgespült, da bleibt doch nix – außer Übergewicht! Wir Teutschen investieren das Geld lieber in etwas ´Werthaltiges`: Tausende Euronen für eine neue Einbauküche ! Die können wir anfassen und vorzeigen – und da wird auch stolz der Preis genannt.
    Jedoch darin Bio-Lebensmittel kochen? Zu teuer!
    Das ´Massen-Bio` der Discounter wird sehr wahrscheinlich qualitativ nicht mit einem wirklichen Bio-Siegel vergleichbar sein, jedoch: Seit Monaten sehen wir in Brandenburg täglich die Trecker mit ihren Spritzgut-Chemie-Tanks auf die Felder fahren – konventioneller Anbau kann es unter solchen Umständen wirklich nicht mehr sein.
    (Du merkst es, hier schreiben jetzt die Bio-Freunde des kreativbuero-berlin 🙂 )
    Erst mal soweit, nochmals danke schön,
    das Team

  3. Das wir Deutschen am wenigsten für unsere Nahrung ausgeben stimmt natürlich nur in Relation zum durchschnittlichen Einkommen. Über dessen Spanne und wie sich diese entwickelt kann an anderer Stelle diskutiert werden. Klar ist, dass wir uns trotz aller Skandale und Ausreißer mit Bioprodukten gesünder ernähren, aber wie viel gesünder, das empfindet doch jede/r anders. Es ist schließlich nicht messbar, schon gar nicht in Relation zum Geldbeutel. Auch Popeye’s Spinat kommt aus der Dose. Bio ist nicht alles. Wir fragen uns schon ob wir nun das in Folie eingeschweißte Biogemüse aus China oder das lose konventionelle aus der Region bevorzugen sollen. Individuelle Gesundheit im Wettbewerb zu sinnvollem und sozialem Verhalten? Wer informiert sich schon erst über die genauen Anbaumethoden hüben wie drüben, wenn er gerade vor dem Supermarktregal steht . Egal wie die Entscheidung ausfällt, allen einen guten Appetit und ganz oft kauen nicht vergessen.

  4. Sehr geehrter Herr Dr. Pieperling,
    vielen Dank für Ihren Beitrag – eloquent und fundiert, wie immer.
    Wir mögen kurze Kommentare, freuen uns sehr über längere Einlassungen, vielen Dank!

    Die Transportwege des Essens sind ein wichtiger Aspekt. Natürlich wünschen wir uns auch den romantischen Bio-Kleinbauern um die Ecke, dass dürfte jedoch in Berlin, wie auch in Köln, ein Platzproblem bei der Massenversorgung geben. Auch Urban-farming wird das Problem nicht lösen, zu viele Menschen, mit zu großem Hunger. Die Flächen sind da, doch im Moment ist statt Bio-Anbau die Silage-Produktion zur Spritherstellung bei den Bauern hoch in Mode – damit wird, dank staatlicher Förderung, richtig Geld verdient. Das geht so weit, das in manchen Regionen (z.B. Bayern / Brandenburg) die Preise für Pachtland oder Ackerkäufe nach oben schießen. Wie immer werden die kleineren (Bio-)Bauern finanziell nicht mithalten können und die Agrar-Industrie ihre Flächen vergrößern. Das zeigt auch die Steuerungsmöglichkeiten der Politik (Subventionen) und die Richtung deren Verteilung.
    Übrigens: Zu den Zeiten, in denen Popeye zum ersten mal seine Muskeln spannte, gab es auf der Welt nur Bio-Spinat. 🙂
    Wir möchten als Bio-Fraktion des kreativbuero-berlin noch einen Aspekt ansprechen – den Geschmack. Im heroischen Selbstversuch wurden von uns vier Sorten Kartoffel gekocht (2x konventionell / 2x Bio) und zur Blindverköstigung gereicht. Sechs Probanden opferten sich, um einen Unterschied im Geschmack zu finden: Vier Volltreffer, ein Fehlgriff und ein mal voll daneben. Nun gut – der Versuchsaufbau war nicht ganz solide – der Quark zu den Erdäpfeln war Bio und eine Breitenstudie war es auch nicht. Jedoch ein geschmacklich eindeutiges Ergebnis – und das ist uns mehr wert als die neue E-Klasse oder das neuste Phad (mit oder ohne i davor). Soll Jede/r essen wie er mag, wir stehen auf geschmackliche Abenteuer.
    In diesem Sinne,
    das Team (die Bio-Abteilung)

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